Begriffs-Chaos-Theorie

Ich nehme an, da Sie diesen Blog gefunden haben, ist Ihnen zumindest der Begriff “Enhanced E-Book” schonmal untergekommen. Nun, da sich das E-Book ja mittlerweile in der deutschen Sprache unwiderruflich und endgültig verankert hat, sollte dieser Teil des Begriffs ohne Erklärung auskommen. Zumindest in der gesprochenen Sprache. Denn auch wenn der Duden das “eBook” schon seit 2004 als “E-Book” listet, kursieren noch diverse “Ebook”-Derivate, die sich hartnäckig halten.

“Enhanced” bedeutet ursprünglich soviel wie verbessert, erweitert oder verstärkt, wird aber in der Branchenpresse zumeist als angereichert bezeichnet. Ich kann verstehen, wenn Sie nicht viel von Anglizismen halten, aber die Vieldeutigkeit englischer Begriffe spiegelt in diesem Zusammenhang in geeigneter Weise die Realität auf dem Buchmarkt wider. Denn was genau jetzt ein Enhanced E-Book sein soll, da sind sich die meisten Branchenvertreter auch 2015 noch nicht einig. Irgendwie besser als ein E-Book soll es sein, bereichern soll es uns, aber in jedem Fall ist es mehr. Doch mehr wovon? Mehr Funktionen? Mehr Medieneinbindung? Mehr Links? Mehrwert.

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